DIRFloortime Play-Ansatz

Beziehungsorientierte Autismusintervention

Neue Wege in der Autismusintervention: Der DIRFloortime Play-Ansatz

Sehr häufig basiert eine Therapie bei Kindern aus dem Autismusspektrum auf verhaltenstherapeutischen Maßnahmen.

Porträitfoto eines sechsjährigen Jungen

Dabei wird versucht, den Kindern richtiges oder erwünschtes Verhalten beizubringen. Beim TEACCH-Ansatz werden Strukturen als Hilfsmittel dazu angeboten und mit Visualisierung gearbeitet. Bei ABA werden über das operante Lernen erwünschte Verhaltensweisen initiiert. PECS ist ein Bildkartensystem zum Aufbau von Kommunikation, insbesondere ein Hilfsmittel für Betroffene zur Äußerung von Wünschen. Bei allen drei Therapieformen gibt es gute Anteile und Elemente, die Kindern mit ASS helfen können. Bisher hat keiner dieser Ansätze mein besonderes Interesse geweckt. Ich gehe in meiner heilpädagogischen Arbeit beziehungsorientiert vor. In diesen Modellen kann ich für meinen Geschmack nicht individuell genug auf die Klienten eingehen.

Gänzlich anders ist dagegen der DIRFloortime Play-Ansatz:

  • Das D steht für Development / Entwicklung und steht für einen entwicklungsorientierten Ansatz. Die Therapeutin setzt nicht bei der üblichen Entwicklungsstufe des entsprechenden Alters an, sondern bei der aktuellen Stufe des Kindes.
  • I steht für individuell. Im Blick stehen die individuellen Besonderheiten und Interessen des Betroffenen.
  • R steht für Relations / Beziehungen und gibt ein beziehungsorientiertes Handeln vor.

DIRFloortime geht von verschiedenen Stufen in der emotionalen Entwicklung aus, die aufeinander aufbauen. Über gezielte Beziehungsangebote auf dem Niveau der entsprechenden Entwicklungsstufe des Kindes wird Kontakt aufgebaut. Gelingt dies, versucht die Therapeutin bzw. versuchen die Eltern das Geschaffte zu festigen und mit dem Kind die nächsthöhere Stufe zu erreichen. Dadurch lässt sich der DIRFloortime Play-Ansatz anders als die Verhaltenstherapie hervorragend in heilpädagogisches Denken und Handeln integrieren.

Mutter und Kind malen gemeinsam ein Bild

Zu diesem Ansatz habe ich im Februar eine Fortbildung von Sibylle Janert besucht. Mit einem exzellenten theoretischen Hintergrundwissen sowie einer intensiven Schulung anhand von Videos ausgestattet, bin ich wieder nach Hause gekommen. Ich bin begeistert, über die Möglichkeit mit ASS-Kindern professionell und beziehungsorientiert arbeiten zu können ohne dabei verhaltenstherapeutisch arbeiten zu müssen.

Im Juni 2017 werde ich einen Vertiefungstag bei Frau Janert besuchen. Mein Wissen gebe ich an meine Mitarbeiter/innen in unseren Teamsitzungen weiter.  Außerdem werden Birgit und Julia in diesem Jahr noch selber ein Seminar bei Frau Janert besuchen. Im Juli findet in unserer Praxis dann eine interne Autismus-Fortbildung durch André Zirnsak, Autismus Deutschland LV Berlin, statt. Herr Zirnsak arbeitet seit vielen Jahren beziehungsorientiert mit autistischen Menschen und wird uns im Bereich Therapeutisches Figurenspiel schulen.

Gesine Herzog

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