Frühförderung

Fröhliche Gesichter, mit Fingerfarben auf die Hände gemalt

Heilpädagogische Frühförderung

Wir bieten heilpädagogische Frühförderung für Kinder von 0 – 6 Jahren bzw. bis Schuleintritt mit unterschiedlichen Schwerpunkten und mit vielfältigen heilpädagogischen Methoden an. Dabei arbeiten wir Stärken und Ressourcen  gemeinsam mit den Kindern heraus, um diese steigern zu können.

Wer heilpädagogisch arbeiten will, muss imstande sein, Fähigkeiten, die unentwickelt im Kind schlummern, herauszuspüren, zu erwecken und zur Entfaltung zu bringen.
(M. Morgenstern: Heilpädagogische Praxis. Methoden und Material, München 1973, S. 15)

Wir therapieren keine Defizite. Durch die Entfaltung und Stärkung der Ressourcen können Kinder oft selbst die Defizite überwinden oder kompensieren. Das Selbstbewusstsein wächst und damit auch die Neugier und die Freiheit zur Kreativität. Dadurch wird die Entwicklung gefördert. Das Kind schafft es, die Probleme zu mildern oder zu bewältigen und erlebt sich selbstwirksam. Schwerpunkt bei uns liegt darauf, neue Fertigkeiten aufzubauen und gute Gewohnheiten zu etablieren.

Wo liegt der Unterschied zur interdisziplinären Frühförderstelle?

Drei bunte GleichgewichtstellerIn den interdisziplinären Frühförderstellen erfolgen neben Behandlungsstunden für Heilpädagogik immer noch eine oder mehrere medizinische Therapien. In unserer Praxis können wir mit einem höheren Zeitkontingent heilpädagogisch arbeiten, die Vielfalt unserer heilpädagogischen Methoden nutzen und ganzheitlich die Entwicklungsfortschritte der Kinder initiieren und begleiten. Dabei hat das Kind eine feste Bezugsperson. Diese erstellt sowohl Diagnostik und Förderplan und führt außerdem auch die heilpädagogische Maßnahme durch. Das umfangreiche Zeitkontingent von in der Regel 90 Behandlungsstunden pro Jahr pro Kind hilft uns dabei, die Förderung zu optimieren und gleichzeitig die notwendige, tragfähige Beziehung zu den Kindern aufzubauen. Sollte das Kind eine medizinische Therapie zusätzlich brauchen, kann diese immer noch mit Rezept des behandelnden Arztes ergänzend außerhalb der Praxis wahrgenommen werden. Gerne kooperieren wir dann mit dem medizinischem Fachpersonal, sofern dies erwünscht ist.

Wer kann heilpädagogische Frühförderung bekommen?

Kleines Mädchen mit Kuscheltier Hasen

Ist Ihr Kind von Entwicklungsbesonderheiten betroffen, können Sie gerne Kontakt zu uns aufnehmen. In einem ersten Gespräch beraten wir unverbindlich zu Fragen des Förderbedarfs ihres Kindes. Ferner informieren wir Sie über die Möglichkeiten in unserer Praxis. Gerne helfen wir Ihnen beim Antrag für die Kostenübernahme durch den Bezirk Oberbayern bzw. das zuständige Jugendamt.  Diese Finanzierung erfolgt unabhängig vom Einkommen, sofern eine entsprechende ärztlicher Diagnose vorliegt. Sie erhalten bei uns alle erforderlichen Formulare. Nach Bewilligung vom Amt kann die Behandlung beginnen.

Ver­lauf einer heil­päd­ago­gi­schen Maßnahme

Beginn

Zu Beginn der Behand­lung des Kin­des steht die Ken­nen­lern­phase, die durch Hos­pi­ta­tio­nen der behan­deln­den Heil­päd­ago­gin im Kin­der­gar­ten, einen Besuch zu Hause oder regel­mä­ßige Tref­fen in den Pra­xis­räu­men statt­fin­det. Die erste Zeit neben dem Aufbau der positiven Beziehung zum Kind nutzen wir außerdem für eine ausführliche heilpädagogische Diagnostik. Dabei wird der aktuelle Entwicklungsstand des Kindes erfasst.

Dia­gnos­tik und Förderplan

Kleiner Junge in der KocheckeAuf­bau­end auf den Informationen der Eltern, den Beob­ach­tun­gen des Kin­des sowie eventueller Tests, wird die hypo­the­ti­sche Arbeits­dia­gnose erstellt. Diese ist Grundlage für einen individuellen Förderplan für Ihr Kind. In diesem formulieren wir die Ziele für den nächsten Entwicklungsschritt nach ICF-CY. Diese bestimmen die heilpädagogische Behandlung maßgeblich. Das Kind gibt seine eigenen Themen vor. Wir integrieren diese dann in die Arbeitsmethode und den Entwicklungsprozess, so dass das Kind aktiv mitwirken kann.

Der Förderplan passen wir den aktuellen Gegebenheiten an. Die Behandlung setzt an der Bedürf­tig­keit des Kin­des an. Ferner ver­sucht sie Män­gel aus­zu­glei­chen und sich auf das Mög­li­che hin auszu­rich­ten. Die Wahl der heil­päd­ago­gi­schen Methode erfolgt anhand der Ziel­set­zung, den indi­vi­du­el­len Vor­aus­set­zun­gen des Kin­des und den Mög­lich­kei­ten unse­rer Praxis.

Ziele

Ein Junge balanciert.

Durch die heil­päd­ago­gi­sche Maß­nahme sol­len Erzie­hungs– und Ent­wick­lungs­hemm­nisse sowie behin­dernde Bedin­gun­gen von außen (in Fami­lie, Schule und übri­gem sozia­len Umfeld) besei­tigt bzw. gemil­dert werden. Außerdem soll das Kind in sei­ner Ent­wick­lungs unter­stützt und geför­dert wer­den. Stets ist Ziel, ein Höchst­maß an Selbst­be­stim­mung und Selb­stän­dig­keit zu erlan­gen und in sein sozia­les Umfeld (Kin­der­gar­ten, Schule) best­mög­lich inte­griert wer­den. Daher ergreifen wir in der heil­päd­ago­gi­schen Behand­lung umfang­rei­che Maß­nah­men, um diese Inte­gra­tion zu ermög­li­chen, zu erleich­tern und zu fördern.

Zusam­men­ar­beit mit den Eltern

Regel­mä­ßige Eltern­ge­sprä­che begleiten die heil­päd­ago­gi­sche Maß­nahme. Par­al­lel zur Behand­lung des Kin­des beraten wir die Eltern bei der Bewäl­ti­gung ihrer erschwer­ten Erzie­hungs­auf­ga­ben. Außerdem informieren wir, wie ent­wick­lungs­för­dernde Bedin­gun­gen selbst in der Fami­lie ange­re­gt oder zu gefestigt werden können.

Ziel ist stets, die Selbständigkeit der Familie und die Integration in das gesellschaftliche Umfeld zu unterstützen. Eltern und Kind sollen gemeinsam ihre individuelle Lebenssituation meistern können und zu einer positiven Lebensführung finden.